Lokale Unterschiede in Stuttgart

17.09.2026

Diese Stuttgarter Stadtteile sind für Käufer interessant

Stuttgart. Der Stuttgarter Immobilienmarkt hat sich zuletzt wieder etwas belebt. Von einer grundlegenden Entspannung kann allerdings weiterhin keine Rede sein. Welche Stadtteile bei Käufern besonders gefragt sind und wo Experten Potenzial sehen.

Wie entwickeln sich die Preise?

Der Wohnungsmarkt in Stuttgart bleibt angespannt. Das begrenzte Angebot trifft weiterhin auf eine hohe Nachfrage, während gleichzeitig die Finanzierungskosten deutlich höher liegen als noch vor einigen Jahren. Dennoch zeigen die aktuellen Marktdaten wieder mehr Bewegung: Im ersten Quartal 2026 wurden in Stuttgart 902 Käufe im Bereich Wohnungs- und Teileigentum registriert – 3,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch der Geldumsatz legte in diesem Segment um 9,6 Prozent auf 311 Millionen Euro zu.

Bei den Preisen zeigt sich allerdings ein differenziertes Bild. Der Gutachterausschuss berichtet für das erste Quartal 2026 von weitgehend stabilen Preisen bei Eigentumswohnungen. Bei Neubauwohnungen lagen die durchschnittlichen Kaufpreise je nach Stadtbezirk zwischen rund 5.900 Euro pro Quadratmeter in Mühlhausen und rund 10.500 Euro in Sillenbuch.

Wo liegen die besonders gefragten Lagen?

Stuttgart weist innerhalb des Stadtgebiets erhebliche Preisunterschiede auf. Zu den etablierten und besonders hochpreisigen Wohnlagen zählen unter anderem Sillenbuch, Degerloch, Stuttgart-West und Stuttgart-Nord.

Sillenbuch gehört dabei insbesondere im Neubausegment zu den teuersten Stadtbezirken. Im ersten Quartal 2026 wurden dort für neue Eigentumswohnungen durchschnittlich rund 10.500 Euro pro Quadratmeter erzielt. In Stuttgart-West lag der durchschnittliche Neubaupreis bei knapp 10.000 Euro. Der teuerste registrierte Neubauverkauf bis Ende März 2026 wurde ebenfalls in Stuttgart-West abgeschlossen: Hier wechselte eine Wohnung für 10.625 Euro pro Quadratmeter den Besitzer.

Auch bei Bestandswohnungen zeigen sich deutliche Unterschiede. Die durchschnittlichen Preise reichten im ersten Quartal 2026 von rund 3.360 Euro pro Quadratmeter in Plieningen bis etwa 5.160 Euro in Stuttgart-Nord. Der höchste einzelne registrierte Preis für eine Bestandswohnung lag bei 12.174 Euro pro Quadratmeter in Stuttgart-Ost.

Stadtteile mit unterschiedlichen Perspektiven

Für Kaufinteressenten lohnt sich deshalb ein genauer Blick auf die einzelnen Stadtbezirke. Neben den klassischen Toplagen können auch Stadtteile interessant sein, die von einer guten Infrastruktur, einer hohen Wohnqualität oder einer günstigen Verkehrsanbindung profitieren.

Bei der Einschätzung möglicher Wertentwicklungen ist allerdings Vorsicht angebracht: Aus einzelnen Preisbewegungen lässt sich nicht automatisch auf eine zukünftige Wertsteigerung schließen. Entscheidend sind unter anderem die konkrete Mikrolage, der Zustand und die Ausstattung der Immobilie, das Grundstück sowie das jeweilige Angebot.

Der aktuelle Marktbericht des Gutachterausschusses zeigt zugleich, dass sich der Stuttgarter Immobilienmarkt wieder etwas dynamischer entwickelt. Insgesamt wurden im ersten Quartal 2026 1.235 Immobilienverkäufe registriert – 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und mehr als der Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Der Geldumsatz lag mit 575 Millionen Euro allerdings 3,5 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Für Käufer bedeutet das: Der Stuttgarter Immobilienmarkt bietet weiterhin eine große Bandbreite an Preisniveaus. Während etablierte Toplagen hohe Kaufpreise aufweisen, finden sich in anderen Stadtbezirken noch deutlich niedrigere Einstiegspreise. Wer eine Immobilie kaufen möchte, sollte daher nicht nur auf den Quadratmeterpreis schauen, sondern die langfristige Qualität des jeweiligen Standorts und die konkrete Immobilie in die Entscheidung einbeziehen.

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Quelle: handelsblatt.de

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Philip Krauss

Immobilienexperte aus Stuttgart