Mieten oder kaufen: Was ist wo günstiger?

15.08.2026

Mieten oder kaufen: Was ist wo günstiger?

Lohnt es sich derzeit eher, eine Wohnung zu mieten oder eine eigene Immobilie zu kaufen? Eine aktuelle Analyse hat diese Frage für alle 400 deutschen Landkreise und kreisfreien Städte untersucht. Dabei wurden die laufenden Kosten für Miete und Eigentum miteinander verglichen und ins Verhältnis zum jeweiligen Haushaltsnettoeinkommen gesetzt.

70 Quadratmeter als Vergleichsgröße

Für den Wohnatlas der Postbank hat das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) untersucht, wie hoch die finanzielle Belastung für eine 70 Quadratmeter große Bestandswohnung ausfällt – sowohl bei der Miete als auch beim Kauf mit Kreditfinanzierung.

Das Ergebnis für Deutschland insgesamt ist zunächst eindeutig: Mieten war 2025 in den meisten Regionen günstiger als Kaufen. Im bundesweiten Durchschnitt entfielen 17,2 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens auf die Finanzierung einer Eigentumswohnung. Für die Nettokaltmiete mussten dagegen durchschnittlich 13,5 Prozent des Einkommens aufgewendet werden.

Große regionale Unterschiede

Ein Blick auf die einzelnen Regionen zeigt allerdings ein deutlich differenzierteres Bild. In 59 der insgesamt 400 untersuchten Kreise und Städte war der Kauf einer Wohnung hinsichtlich der laufenden Belastung günstiger als die Miete. Diese Regionen liegen überwiegend in Ostdeutschland.

In der großen Mehrheit der Regionen – insgesamt 341 – beanspruchte die Finanzierung von Wohneigentum dagegen einen größeren Anteil des verfügbaren Einkommens als die entsprechende Nettokaltmiete.

Besonders deutlich fällt der Unterschied in beliebten Ferienregionen sowie in Großstädten wie Hamburg, Potsdam und München aus. Dort sind die Kaufpreise für Wohnungen besonders hoch, sodass entsprechend hohe Finanzierungskosten entstehen.

Stadt oder Land macht einen großen Unterschied

Die Untersuchung zeigt damit ein deutliches Stadt-Land-Gefälle. In den großen Städten und deren Umland müssen Käufer einer Eigentumswohnung häufig einen erheblichen Teil ihres Einkommens für die laufende Finanzierung aufbringen.

In vielen ländlicheren Regionen stellt sich die Situation dagegen anders dar: Dort kann der Kauf einer Immobilie im Vergleich zur Miete durchaus die günstigere Variante sein.

Dabei sollte die monatliche finanzielle Belastung jedoch nicht das einzige Entscheidungskriterium sein. Wer eine Immobilie kauft, zahlt zwar zunächst häufig mehr als ein Mieter, baut mit den Tilgungszahlungen gleichzeitig aber eigenes Vermögen auf. Zudem kann selbst genutztes Wohneigentum langfristig zur finanziellen Absicherung im Ruhestand beitragen.

Der Wohnatlas betrachtet deshalb bewusst nur die laufenden Belastungen durch Miete beziehungsweise Kreditfinanzierung. Nicht berücksichtigt wird, welche Wohnform über die gesamte Lebensdauer tatsächlich günstiger ist. Faktoren wie Wertentwicklung der Immobilie, Instandhaltung, Kaufnebenkosten oder der langfristige Vermögensaufbau fließen in diesen Vergleich nicht ein.

Für Kaufinteressenten bedeutet das: Ob sich Eigentum finanziell lohnt, hängt stark vom jeweiligen Standort, dem Kaufpreis und den persönlichen finanziellen Möglichkeiten ab. Ein genauer Blick auf die regionale Situation kann daher entscheidend sein.

Quelle: zdfheute.de

Philip Krauss

Immobilienexperte aus Stuttgart