Stabile Lage, wenig Impulse auf dem Stuttgarter Immobilienmarkt

29.03.2026

Stabile Lage, wenig Impulse auf dem Stuttgarter Immobilienmarkt

Der Immobilienmarkt in Stuttgart zeigt sich aktuell stabil, jedoch weitgehend ohne Dynamik. Laut dem IVD-Cityreport Stuttgart ist die Stimmung im Segment Wohneigentum verhalten positiv, während die Nachfrage am Mietmarkt auf konstant hohem Niveau bleibt.

Die Analyse des Marktforschungsinstituts des IVD Süd stützt sich unter anderem auf Daten aus der Grunderwerbsteuer und liefert damit eine belastbare Grundlage zur Bewertung der Marktentwicklung. Demnach ist die Landeshauptstadt weiterhin starken geopolitischen und wirtschaftlichen Einflüssen ausgesetzt, die den Immobilienmarkt bereits seit der zweiten Jahreshälfte 2022 prägen.

Insbesondere internationale Konflikte und deren wirtschaftliche Folgen könnten die Entwicklung zusätzlich beeinflussen. So wird erwartet, dass steigende Inflationstendenzen auch den Zinsanstieg beschleunigen. Bereits die Zinswende hatte zuvor zu einer spürbaren Zurückhaltung auf Käuferseite geführt.

Ein Blick auf die Umsatzentwicklung unterstreicht diese Entwicklung: Zwischen 2009 und 2021 stiegen die Umsätze mit Wohnimmobilien deutlich von rund 29 Milliarden Euro auf 49,2 Milliarden Euro an. In der Folge kam es jedoch zu einem Rückgang – zwischen 2021 und 2023 sanken die Umsätze um rund 12 Prozent beziehungsweise etwa 16 Milliarden Euro.

Seit rund anderthalb Jahren befindet sich der Stuttgarter Markt für Wohneigentum in einer Phase der Stabilisierung. Ein klarer Aufwärtstrend ist bislang nicht erkennbar. Zudem bleiben die rückläufigen Baugenehmigungen und Fertigstellungszahlen ein belastender Faktor für die weitere Entwicklung.

Trotz einer leicht gesunkenen Einwohnerzahl ist keine Entlastung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht. Ein wesentlicher Grund dafür ist die steigende Zahl an Einpersonenhaushalten, die die Nachfrage nach Wohnraum zusätzlich erhöht. Während sich die Kaufpreise zuletzt stabilisierten, entwickelten sich die Mieten moderater.

So lagen die Preise für Häuser mit gutem Wohnwert im Frühjahr durchschnittlich bei rund 1,16 Millionen Euro. Eigentumswohnungen im Bestand wurden im Schnitt für etwa 5.000 Euro pro Quadratmeter angeboten – ein Wert, der sich seit Frühjahr 2024 weitgehend konstant zeigt.

Der Mietmarkt bleibt hingegen angespannt: Für rund 58 Prozent der angebotenen Bestandswohnungen wurden Mieten von 16 Euro pro Quadratmeter und mehr verlangt – und das trotz bestehender Mietpreisbremse.

Quelle: iz.de, 26.3.26

Philip Krauss

Immobilienexperte aus Stuttgart