Wohnungsmarkt: Mieten steigen langsamer – klassische Mietangebote werden seltener

28.04.2026

Die Dynamik am deutschen Mietwohnungsmarkt hat sich zu Jahresbeginn spürbar abgeschwächt. Wie aus dem aktuellen Mietpreisindex Greix des Kiel Institut für Weltwirtschaft hervorgeht, sind die Angebotsmieten im ersten Quartal 2026 gegenüber dem Vorquartal nur noch moderat gestiegen. Im Durchschnitt legten sie in den erfassten Städten um 0,5 Prozent zu, im Vergleich zum Vorjahresquartal betrug das Plus 2,9 Prozent. Das ist die niedrigste nominale Jahreswachstumsrate seit dem vierten Quartal 2021.

Der vom IfW Kiel veröffentlichte German Real Estate Index (Greix) basiert auf Daten der VALUE-Marktdatenbank und wertet Angebotsmieten in 37 deutschen Städten und Regionen aus, darunter die 30 bevölkerungsreichsten Städte des Landes. Damit liefert der Index ein breites Bild der aktuellen Mietpreisentwicklung.

In den acht größten deutschen Städten zeigte sich zum Jahresauftakt ein uneinheitliches Bild. Die stärksten Anstiege bei den Angebotsmieten verzeichnete Düsseldorf mit plus 1,9 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Es folgen Hamburg mit 1,6 Prozent, Frankfurt mit 1,2 Prozent, Leipzig mit 1,1 Prozent sowie Köln mit 0,6 Prozent. In München fiel der Anstieg mit 0,4 Prozent vergleichsweise moderat aus. Rückläufig entwickelten sich die Angebotsmieten dagegen in Berlin mit minus 1,8 Prozent und in Stuttgart mit minus 0,2 Prozent.

Trotz der verhaltenen Dynamik bleibt München der teuerste Mietmarkt Deutschlands. Dort wurden zuletzt durchschnittlich 23,56 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Leipzig bleibt mit 10,41 Euro pro Quadratmeter die günstigste der großen Vergleichsstädte.

Auffällig ist zudem eine strukturelle Verschiebung am Mietmarkt: Klassische Mietwohnungen – also unmöblierte und unbefristet vermietete Wohnungen – werden seltener. Während 2015 noch rund 285.000 entsprechende Inserate gezählt wurden, sank ihre Zahl bis 2024 auf etwa 260.000 und im vergangenen Jahr weiter auf nur noch rund 250.000. Das entspricht einem Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2015.

Gleichzeitig gewinnen alternative Mietformen an Bedeutung. Besonders deutlich zeigt sich das bei möblierten, unbefristet angebotenen Wohnungen: Deren Zahl stieg von rund 12.000 Inseraten im Jahr 2015 auf etwa 37.000 im vergangenen Jahr und hat sich damit mehr als verdreifacht. Auch das Segment „Wohnen auf Zeit“ legte zu – wenn auch weniger stark. Hier erhöhte sich das Angebot im selben Zeitraum von rund 45.000 auf etwa 57.000 Inserate.

Für Wohnungssuchende bedeutet diese Entwicklung vor allem eines: Das klassische Mietangebot wird knapper, während flexiblere und häufig teurere Wohnformen an Bedeutung gewinnen. Der Mietmarkt bleibt damit angespannt – auch wenn sich das Tempo der Preissteigerungen zuletzt etwas verlangsamt hat.

Quelle: iz.de

Philip Krauss

Immobilienexperte aus Stuttgart